Willi Resetarits wurde am 21. Dezember 1948 als Sohn burgenlandkroatischer Eltern in Stinatz geboren. Als Willi drei Jahre alt war, zog die Familie nach Wien. Ebenso wie seine Brüder, der 1947 geborene Lukas und der 1960 geborene Peter, wuchs Willi kroatisch sprechend auf. Nach der Matura studierte er Anglistik und Sport mit dem Ziel, Lehrer zu werden - obwohl die Musik schon damals ein bestimmender Faktor in seinem Leben war. "Ich hab' mich einfach nicht getraut, von Anfang an nur auf die Musik zu setzen, hab' ein Sicherheitsnetz einziehen wollen", erinnert er sich. Aus der Pädagogenkarriere wurde dann aber doch nichts - stattdessen startete Willi mit der Politrock-Gruppe Schmetterlinge, deren Mitglied er seit 1969 war, durch. Beim Song Contest in London 1977 traten die Schmetterlinge für Österreich an und belegten mit der Schnulze "Boom Boom Boomerang", die Willis Bruder Lukas getextet hatte, einen bravourösen vorletzten Platz.

Als "Ostbahn-Kurti" kam der Durchbruch.

Mitte der Achtziger hob Willi, gemeinsam mit dem Autor und Komponisten Günter Brödl, sein Alter Ego aus der Taufe: Ostbahn-Kurti. Ursprünglich eine bloße Romangestalt aus der Feder Günter Brödls, sollte Ostbahn-Kurti Resetarits' größter Erfolg werden. Schon das erste Konzert im März 1985 im Schutzhaus am Schafberg wollten 600 Besucher miterleben, im selben Jahr kam der Durchbruch mit der Coverversion "Feia/Feuer" des Bruce-Springsteen-Klassikers "Fire". Bis 1994 hieß die Formation um Willi Resetarits "Ostbahn-Kurti & die Chefpartie", später "Kurt Ostbahn & die Kombo". Kult wurde die Radiosendung "Trost & Rat" auf Radio Wien (1995-1998). Auch literarisch ist Willi Resetarits aktiv, als Mitherausgeber des Buches "Beatles, Bond und Blumenkinder - Unser Gefühl in den sechziger Jahren". (2003)

Auftritte als Doktor oder Professor Kurt Ostbahn, wie sie anfangs vorkamen, gab es in späteren Jahren nicht mehr - ganz offiziell legte Ostbahn 1994 seine "akademischen" Titel "Doktor der Önologie (Weinkunde)", "Professor der Kurtologie" und "Obermedizinalrat" zurück.

Aufgeschreckt wurde die große Fangemeinde Anfang 2003 durch Resetarits' Ankündigung, Kurt Ostbahn werde sich von der Bühne zurückziehen - eine Folge des plötzlichen Todes von Resetarits' Wegbegleiter Günter Brödl (10.10.2000), der die kultige Romangestalt ersonnen hatte. Den Fans wird Kurt Ostbahn, der mittlerweile eine fulminante Abschiedstournee absolviert hat, sicher fehlen.

Der Willi hingegen will es nach 20 Jahren Schmetterlinge und 20 Jahren Ostbahn noch einmal wissen: "I ziag jetzt no an Zwanzigjahersziegel durch, mit einer Musik, die ich noch gar nicht weiß, aber die wird wunderschön sein."

Politisches und soziales Engagement war Willi Resetarits stets wichtig. Er fungierte als Mitbegründer von "Asyl in Not" und "SOS Mitmensch" und Obmann des Vereins "Projekt Integrationshaus". Sein unermüdlicher Einsatz für die Belange sozial Schwacher und politisch Andersdenkender brachte ihm sowohl hohe Auszeichnungen wie den Bruno-Kreisky-Preis für Menschenrechte (Ö) und den Josef-Felder-Preis für Gemeinwohl und Zivilcourage (D) als auch eine Verurteilung wegen "Aufrufs zur Wehrdienstverweigerung" ein.
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